Warum ein Waldkindergarten?

Die Abenteuerlust der Kinder wird befriedigt.

Die erholsame Umgebung und das draußen sein bei "Wind und Wetter" fördert die körperliche Gesundheit und stärkt das Immunsystem.

Im Waldkindergarten beginnt die Erziehung zum Umwelt- und Naturverständnis schon bei den Kleinen.

Phantasie und Kreativität werden durch die Vielfalt des Waldes und die jahreszeitliche Veränderung der Natur angeregt und gefördert.

Ein Waldkindergarten bringt ein weiteres Angebot für Kinder nach Alzenau.

Was ist ein Waldkindergarten?

Das Grundprinzip eines Waldkindergartens ist ganz einfach. Die Kinder und Betreuer halten sich ganzjährig für mehrere Stunden täglich an der frischen Luft auf.

Für extrem schlechte Witterung steht eine beheizbare Hütte zur Verfügung. Diese Unterkunft wird auch zum Aufbewahren der erforderlichen Materialien wie Bastelzubehör, Werkzeuge, Sachbücher und Wechselkleidung genutzt. Außerdem ist der Waldkindergarten mit einer Biotoilette ausgestattet. Für Regenwetter befindet sich auf dem Gelände ein überdachter Frühstücksplatz.

Beim Spiel in der Natur sind dem kindlichen Bewegungsdrang und der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wände und Zäune gibt es nicht und die wenigen Regeln, die eingehalten werden müssen, sind überschaubar. So können die Kinder sich voll und ganz auf die Natur einlassen und lernen spielerisch, die Natur und andere Lebewesen zu achten.

Im Unterschied zum Hauskindergarten spielen die Kinder nicht mit vorgefertigtem Spielzeug, sondern vor allem mit dem, was die Natur ihnen bietet. Das fordert und fördert Kommunikation und Kreativität.

Warum ist der Waldkindergarten so wichtig für die Entwicklung der Kinder?

Waldkindergärten sind in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Ein Grund ist sicherlich darin zu sehen, dass es Kindern in der heutigen Zeit nicht mehr so ohne weiteres möglich ist, ihre Zeit in der freien Natur zu verbringen. Der Lebensraum von Kindern wird durch eine hochtechnisierte und motorisierte Gesellschaft immer mehr eingeengt. So verlagert sich das Spielen der Kinder von draußen nach drinnen.

Video- und Computerspiele belasten die Sinne einseitig und verhindern die Bewegung.

Aufgrund der Bewegungsarmut haben immer mehr Kinder Haltungsschäden, Fußdeformitäten und Gleichgewichtsprobleme. 30% aller Kinder leiden an Übergewicht!

Die natürliche Umwelt fördert das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele.

Im Waldkindergarten haben die Kinder die Möglichkeit ihren kindlichen Bedürfnissen nachzukommen und sich gerade dadurch zu verantwortungsbewussten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Mitmenschen zu entwickeln.

Bewegungsdrang / Selbsterfahrung

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Bewegung fördert die geistige, psychische und körperliche Entwicklung. Können die Kinder diesem Bewegungsdrang nicht nachgehen, kommt es zu Verhaltensstörungen und Haltungsschäden. Gerade im Kindergartenalter muss das Kind sich mit der ständigen Veränderung seines Körpers auseinandersetzen. Gleichgewicht, Koordination und Kraft müssen immer neu erprobt und erlebt werden.

Die Natur bietet eine Vielzahl von Bewegungsanlässen.

Wahrnehmung - Leben und Lernen mit allen Sinnen

Kinder lernen am besten über er-fassen und be-greifen.

Ist das Kind mit allen Sinnen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen) aktiv, werden die Wurzeln seines Wahrnehmungssystems am besten angelegt und aufgebaut. Je vielfältiger die Aktivierung der sensorischen Funktionen, umso größer ist das Repertoire aus dem das Kind schöpfen kann. Zudem lieben Kinder "sensorische Situationen" wie schaukeln, rollen, matschen - nicht weil die Gehirnfunktion trainiert werden soll - sondern weil es Spaß macht!!

Freiräume für Kinder

Mit Kindern in den Wald zu gehen bedeutet auch Abenteuer zu erleben.

Grundvoraussetzung dafür ist, jedes Kind als gleichwertigen Partner zu sehen und Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder zu setzen.

Jedes Kind kann innerhalb eines bestimmten Rahmens und unter Einhaltung der Regeln das Tun, was seinem Entwicklungsstand und dem derzeitigen Interesse entspricht. Aktivitäten wie Pflanzen und Tiere beobachten, klettern, schnitzen oder einfach nur lauschen und träumen. Durch die selbstgewählten und eigenständigen Aktivitäten haben die Kinder viele Erfolgserlebnisse. Das wiederum stärkt das Selbstvertrauen und die Eigenverantwortlichkeit wächst.

Die geschaffenen Freiräume bieten den Kindern die Chance für eine harmonische, gleichberechtigte Zusammenarbeit die Kinder, Eltern und Betreuer befriedigt.

Im Wald wird den Kindern sehr viel Zeit für freies Spiel gelassen. Beim Spielen werden die Aufmerksamkeit, Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit, die Sprechfähigkeit und die Intelligenz gefördert.

Pädagogische Ziele des Waldkindergartens

Nach dem Motto "Ich schütze, was ich liebe" ist es ein wichtiges Anliegen, bei den Kindern die Liebe zur Natur zu fördern.

Dies geschieht über sinnliche Erfahrungen, Erleben des eigenen Körpers im jahreszeitlichen Wechsel der Natur und durch Erweiterung der Kenntnisse über Tiere und Pflanzen des Waldes.

Aufgrund dieser Kenntnisse und das Erleben der Naturkreisläufe entwickelt sich schon im Kindheitsalter ein Umweltverständnis und Respekt vor anderen Lebewesen.

Im Waldkindergarten lernen die Kinder einen achtsamen Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Sozialverhalten, körperliche und geistige Entwicklung der Kinder sowie Phantasie und Kreativität werden ideal gefördert.

Folgende Punkte werden in einem Waldkindergarten besonders gefördert:

  • Sozialverhalten

    Im Wald gibt es keinen Lärmstress wie in geschlossenen Räumen. Das mindert das Aggressionsverhalten. Konflikte können in einer ruhigen Umgebung besser ausgetragen werden.

    Da die Gruppe altersgemischt ist, können Jüngere von Älteren lernen und umgekehrt. Gerade im Wald ergeben sich häufig schwierige und herausfordernde Situationen. Nach der Devise "Gemeinsam geht es besser" helfen die Kinder sich ganz selbstverständlich untereinander.

    Der Spielraum Natur regt zum Rollenspiel an. Die Kinder entwerfen die Spielregeln und müssen vermehrt miteinander kommunizieren.

  • Umweltwissen

    Durch den täglichen Aufenthalt in "ihrem" Gelände werden die Kinder sensibilisiert für die jahreszeitlichen Veränderungen im Wald. Daraus ergeben sich Fragen zu den Geschehnissen, Pflanzen und Tieren. Die Kinder können gemeinsam mit ihren Betreuern durch direktes Erleben und Begreifen die Antworten darauf finden.

    Kinder, die eine emotionale Beziehung zur Natur aufgebaut haben, werden auch als Erwachsene die Natur schützen und dies wiederum an die nächsten Generationen weitergeben.

  • Stärkung der Muskulatur/ Schulung des Gleichgewichtssinnes

    Die Kinder sind viel in Bewegung. Sie klettern, rollen, balancieren, rutschen und springen. Dabei müssen sie mit den verschiedensten Untergründen und Gegebenheiten wie Hügeln und Mulden, Baumwurzeln, Matsch, Schnee, usw. klarkommen. Das fördert Ausdauer, Geschicklichkeit und Kraft.

  • Abhärtung

    Die erholsame Umgebung und das draußen sein bei Wind und Wetter stärken die Abwehrkräfte und kräftigen das Immunsystem. An fallende Temperaturen und nasskalte Witterung gewöhnen sich die Kinder schnell.

    Die Ansteckungsgefahr bei Erkrankungen ist geringer, weil frische Luft keimärmer ist.

  • Gemüt

    Die Stille des Waldes in sich aufnehmen, dem Zwitschern der Vögel lauschen, die verschiedenen Farben und Gerüche des Waldes wahrnehmen. All das schafft eine tiefe Entspannung und innere Zufriedenheit.

    Aber auch dem Bewegungsdrang nachgehen, toben, matschen. Schlicht und einfach Kind sein dürfen macht ausgeglichen und glücklich.

    Beim gemeinsamen Durchstreifen der Wälder und Wiesen wird die Abenteuerlust der Kinder befriedigt.

  • Förderung von Phantasie und Kreativität

    Der Wald bietet aufgrund seiner Struktur schier unerschöpfliche Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken. Das für das freie Spiel benötigte Material muss erst gesucht und seiner Funktion neu zugeordnet werden. So sind die Kinder gezwungen ihre Phantasie zu nutzen, die Kreativität wird in hohem Maße gefördert.

  • Stärkung des Selbstbewusstsein

    Das Überwinden von Hindernissen - anfangs schwierig erscheinenden Situationen - schafft bei den Kindern Erfolgserlebnisse. Beim Herstellen von Bastelarbeiten mit Werkzeugen wie Schnitzmesser, Hammer und Säge (natürlich unter Aufsicht) entstehen kleine Kunstwerke, auf die die Kinder richtig stolz sein können.

  • Feinmotorik

    Beim Basteln mit Naturmaterialien sowie beim Umgang mit Pflanzen und Kleintieren ist Fingerspitzengefühl gefragt. Schließlich soll der kleine Käfer, der gerade beobachtet wird, ja nicht zerquetscht werden!

  • Individuelle Förderung

    Bedingt durch eine kleine Gruppe von maximal 20 Kindern bleibt den Betreuern genug Zeit auf Wünsche, Anforderungen und Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.

  • Erreichen der Schulfähigkeit

    Die Förderung beginnt nicht erst im letzten Jahr vor der Schule, sondern schon ab dem ersten Tag im Wald. Im täglichen Morgen- und Abschlusskreis üben die Kinder das Zählen und Sprechen vor der Gruppe sowie zuhören und stillsitzen.

    Der Wald und die Natur bieten zudem eine Vielzahl an Formen und Farben. Außerdem werden Naturmaterialien in die Vorschularbeit mit einbezogen. So werden zum Beispiel Maiskörner gezählt und addiert, Buchstaben können mit kleinen Zweigen gelegt werden, usw.

    Aber auch ein Vorschulprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache wird im Waldkindergarten durchgeführt.

    Waldkindergartenkinder werden nicht weltfremd erzogen, denn sie verbringen den Rest des Tages zu Hause (malen, basteln, Verkehrserziehung...). Sie haben sogar den Vorteil, den üblichen Alltag zu Hause mit einer Fülle von Walderlebnissen zu bereichern.

    Kinder aus Waldkindergärten sind in der ersten Klasse den Kindern aus Regelkindergärten an allgemeiner Reife voraus.
    Siehe dazu auch eine Studie zur Schulfähigkeit von Peter Häfner:
    "Wie schulfähig macht der Waldkindergarten?"

Valid CSS Valid XHTML 1.0 Transitional